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August 01 2011

sovielsand
12:26

Kaffee gekauft, Film dazubekommen. Das ging so: Der Espresso für die Kaffeemaschine war alle. Statt sich auf den Geschmack ihrer Bohnen zu verlassen, sponserte Melitta gleich noch einen Spielfilm dazu. "Tatsächlich ... Liebe" - als DVD auf die Frischhaltepackung geklebt.

Ich fand das ein wenig schockierend. Ein Film in voller Länge gratis dazugepackt wie ein Sammelbildchen - geht da nicht ein Gefühl für Wert und Gegenwert verloren? Hugh Grant, Colin Firth, Liam Neeson, Alan Rickman, Bill Nighy, Keira Knightley, Emma Thompson, Rowan Atkinson, Heike Makatsch und Claudia Schiffer - sie alle spielen mit in "Tatsächlich ... Liebe" und liegen jetzt Bohnen bei. Wie kann man so mit Emma Thompson umgehen? Sie so den Leuten unterjubeln, ob sie dieses Wunder an erotischer Würde nun sehen wollen oder nicht? Nicht mal mehr wünschen muss man sich die Stars von heute - man kriegt sie hinterhergeschmissen wie Brötchen von gestern oder die Gratiszeitung.

[...]

Neun Liebesgeschichten verzwirbelt der Film. Beim Abspann fühlt man sich, als hätte man neun Stück Torte auf einmal verdrückt. Insofern passt der Film doch irgendwie zum Kaffee, man kriegt den Kuchen eben gratis dazu reingestopft. Als hätten wir von allem zu viel, zu viel Liebe, zu viele Filme, zu viel Kaffee, zu viele Stars. Überflussgesellschaft. Melitta Bentz begann 1908 in einem acht Quadratmeter kleinen Zimmer ihrer Wohnung in Dresden mit der Produktion von Filtertüten aus Papier. Sie hätte sich das nicht träumen lassen.

Harald Jähner: Zu viel Liebe
(PRO)
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